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Entschieden gegen Sexismus und Diskriminierung vorgehen

 

Am 10. August 2020 wurde vor dem Berliner Arbeitsgericht die Klage von Dr. Müjgan Percin, der Bundesgeschäftsführerin des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV) gegen ihren Arbeitgeber, den DFV, verhandelt. Viele von euch werden die Berichterstattung mitverfolgt haben. Wie schon die nicht restlos aufgeklärten Vorwürfe gegen den ehemaligen Präsidenten des DFV, Hartmut Ziebs, der daraufhin Ende des Jahres 2019 zurücktrat, wirft auch dieses Ereignis einen weiteren Schatten auf den DFV und damit auch auf die deutschen Feuerwehren. Bereits in unserem Statement zu Hartmut Ziebs haben wir kommuniziert, dass wir eine transparente und umfassende Aufklärung erwarten.

 

Viele von uns kennen Müjgan spätestens seit dem Bundeskongress 2018 in Schwäbisch-Gmünd persönlich. Dort war sie Teilnehmerin und zeigte sich wahrlich nicht nur an den sogenannten „Frauenthemen“ der Feuerwehr interessiert, sondern führte etliche gute Gespräche mit vielen von uns über alles, was die Feuerwehrwelt bewegt. Wir hatten nicht den Eindruck, dass sie irgendwie nicht in die oder zur Feuerwehr passe. Aber das mag natürlich auch daran liegen, dass wir als Feuerwehrfrauen leider selbst nach wie vor eine Minderheit sind und von einigen Feuerwehrmännern nach wie vor als nicht in die Feuerwehr gehörend empfunden werden.

Aktuell wird in den Medien von sexistischem oder rassistischem Verhalten einzelner Mitglieder der Verbandsspitze gegenüber Müjgan Percin berichtet; sowas haben leider viele von uns schon selbst erleben müssen.

 

Unser erklärtes Ziel ist es, die Gleichberechtigung von Frauen in den Feuerwehren zu fördern.
Leider steckt diese Entwicklung bei den Feuerwehren dahingehend noch in den Kinderschuhen.

Auch das Engagement des DFV erleben wir diesbezüglich weitgehend als bloßes Lippenbekenntnis. Wir brauchen Maßnahmen zur gleichberechtigten Teilhabe von Frauen gekoppelt mit einem wirksamen Schutz vor und bei Diskriminierung in den Feuerwehren. Viel zu oft müssen wir uns an das von Männern definierte „Ideal“ annähern. Wir müssen auf sexistische „Witze“ schlagfertig reagieren und dürfen uns dabei nicht angegriffen fühlen. Geben wir uns weiblich, haben wir in der Feuerwehr nichts zu suchen. Geben wir uns tough, gelten wir nicht selten als „Mannsweib“. Regelmäßig erreichen uns Mails und Anrufe von Kameradinnen und Kolleginnen, die von unangemessenen Mails, Bildern, Textnachrichten und Annäherungsversuchen berichten. Wenn frau dann den Kameraden, Kollegen oder „wohlgesonnenen Mentor“ abblitzen lässt, gelten wir als „zickig“. Dabei ist es mutig, sich gegen Sexismus und Diskriminierung zu wehren. Insbesondere im Feuerwehrmilieu, in dem Frauen nach wie vor nur mit rund 10% der Feuerwehangehörigen vertreten sind und eine gewisse Machokultur leider noch oft anzutreffen ist. Wir haben daher großen Respekt vor Frauen, die den Mut aufbringen, sich gegen Sexismus und Diskriminierung zur Wehr zu setzen und bestärken jede Frau darin, dies zu tun.

 

Zum Glück dreht sich die Welt weiter und mit jeder Drehung wird sie ein Stück diverser - auch die Feuerwehrwelt. Nur leider haben wir den Eindruck, dass die Drehgeschwindigkeit bei der Feuerwehr etwas langsamer ist als beim Rest der Welt. Hartmut Ziebs war damals mutig, eine kompetente Frau mit bemerkenswerten Kenntnissen im Bereich Brandschutzgesetzgebung einzustellen, die mit einem frischen unvoreingenommenen Blick die Geschäfte des DFV anpacken sollte und angepackt hat. Leider schaffte „man“ (frau gibts auf Bundesebene nicht) es nicht, sich dazu durchzuringen, die Fachkompetenz von Frau Dr. jur. Müjgan Percin anzuerkennen. Anstatt sich zu freuen auf Bundesebene eine ausgewiesene Fachfrau in Sachen Brandschutzgesetzgebung für die Feuerwehr gewonnen zu haben, fühlte „man“ sich „angegriffen“ von Ihrer Kompetenz. Wir haben uns damals gefreut, dass sich die unterschiedlichen Kompetenzen und Erfahrungen auf Bundesebene aufs allerbeste ergänzen können – so wie landauf und landab im ländlich strukturierten und mit ehrenamtlichen Brandschutz abgedeckten Raum. Hoch erfreut haben wir das damals Hartmut Ziebs mitgeteilt. Umso enttäuschter sind wir jetzt.

 

Wir hoffen auf eine vollständige Aufklärung der Vorwürfe. Dies ist auch im Sinne der Kameraden und Kollegen, die Frauen in der Feuerwehr schätzen und unterstützen und sich im Sinne der Diversität und Gleichberechtigung stark machen.

 

Das Team Netzwerk Feuerwehrfrauen e.V.

Wie oft trainiert ihr mit eurem „Handwerkzeug Strahlrohr“ ?

 

Dies war die Eingangsfrage beim Seminar „Strahlrohrführer“ am 14. September in Korntal-Münchingen. Das Netzwerk Feuerwehrfrauen war bereits zum zweiten Mal Gastgeber dieser Seminarveranstaltung in Korntal-Münchingen, die von Stephanie Göttert, Frauensprecherin des KFV Heilbronn, organisiert wurde.

 

 

Elf Frauen und zwei männliche Teilnehmer starteten um 9 Uhr bei schönstem Wetter im Städtischen Baubetriebshof.

Als Grundlage für den Tag wurde ein sogenanntes „Dollhouse“ – ein Wohnzimmer in Miniatur – entzündet. Hieran konnte der Brandverlauf beobachtet werden, die zunehmende Intensität und die Begrifflichkeiten wie „Rauchdurchzündung“ und „Flashover / Raumdurchzündung“ erklärt werden. Ebenfalls gezeigt wurden an diesem Modell die indirekte / direkte Brandbekämpfung, Raum- bzw. Rauchkühlung sowie richtige und falsche Strahlrohreinstellungen und deren Auswirkungen.

 

Anschließend wurden zwei Gruppen eingeteilt und es ging an die Praxis. Die beiden Ausbilder Hans Jörg Stellmacher und Frank Düsterhöft hatten zwei praktische Löschübungen vorbereitet.

So galt es, mit einem modifizierten D-Strahlrohr einen Dachstuhlbrand zu bekämpfen. Dazu musste sehr gezielt und effektiv mit dem Löschmittel Wasser gearbeitet werden: Wasser, das nicht an die Glut kam und über geschlossene Flächen ablief, zählte als verschwendetes Löschmittel.

Auch konnte die „Riegelstellung“ praktisch beübt werden. Für Erstaunen sorgte die Beobachtung, wie gut man ein Gebäude schützen kann, auch wenn die Flammen direkt angrenzen.

An der zweiten Station galt es, Flüssigkeitsbrände zu bekämpfen und den taktischen Unterschied gegenüber Feststoffbränden zu sehen. Abbrandverhalten unterschiedlich brennender Flüssigkeiten und Wirkungsweisen von verschiedenen Schaummitteln konnten gut beobachtet werden.

 

Nach einem verdienten Mittagessen kam ein Großes Puppenhaus in Form eines Wohnhauses zum Einsatz. Hier wurden nun Brände in Häusern gezeigt, Luftpfade simuliert, Kamin-Effekte vorgeführt und auch anschaulich gezeigt, dass Rauch ein Brennstoff ist. Eben viel: Was passiert, wenn hier zu und dort offen ist.

Abschließend wurde noch die Schlauchvornahme geübt, Bedienung des Strahlrohres, Packen eines Schlauchpaketes und Vornahme eines Rohres über die Drehleiter.

Bei der Abschlussbesprechung wurde ein durchweg positives Resümee gezogen: ein Ausbildungssamstag, an dem viel praktisches Wissen mitgenommen wurde.

 

Text: S.Göttert

Bilder: Feuerwehr Korntal-Münchingen

Das war der Bundeskongress 2017

Vom 2. bis 5. November hat der 25. Bundeskongress der Feuerwehrfrauen stattgefunden. Nachdem bereits viele der Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Vorprogramm (Stadtrundfahrt oder eine Führung durch die Berliner Unterwelten) am Donnerstag genutzt hatten um die Hauptstadt kennenzulernen, folgte am Freitag die feierliche Eröffnung durch die Vorsitzende Susanne Klatt. Der diesjährige Jubiläumsbundeskongress stand unter dem Motto „Nicht reden - machen!“, welches auch die Gäste in Ihren Grußreden aufnahmen. Unter den Gästen waren der Ständige Vertreter des Landesbranddirektors Karsten Göwecke, der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes Hartmut Ziebs, die Frauenvertreterinnen Heide Jung und Daniela Felix sowie Margot Ehrlicher von hhpBerlin.

 

Unter den insgesamt 125 Teilnehmerinnen und Teilnehmern waren auch Teilnehmerinnen aus Österreich, Schweiz, Großbritannien, Ghana, Frankreich, Niederlande, Norwegen und Tschechien vertreten. Der Teilnehmerkreis setzte sich aus Berufsfeuerwehr, Freiwilliger Feuerwehr, Werkfeuerwehr und Bundeswehrfeuerwehr zusammen.

 

In zahlreichen praktischen und theoretischen Workshops konnten die Kongressteilnehmerinnen und –teilnehmer ihre vorhandenen Kenntnisse auf den Prüfstand stellen sowie neue Techniken kennenlernen und neues Wissen sammeln. So wurde sich zum Beispiel gemeinsam mit dem Höhenrettungsteam der Berliner Feuerwehr vom 125 m hohen Park In Hotels abgeseilt, neue Rettungstechniken an PKWs mit dem Weber Rescue-Team ausprobiert, Türen geöffnet, der Umgang mit der Presse trainiert, TFA-Feuerwehrsport (Toughest Firefighter Alive) ausprobiert oder der bauliche und vorbeugende Brandschutz des Fernsehturms und des Berliner Reichstags in Visier genommen - um nur einige der praktischen Workshops zu nennen. Auch in der Theorie wurde über viele interessante Themen referiert: Bericht über den Massenanfall von Verletzten auf dem Berliner Weihnachtsmarkt, Crew Ressource Management, moderne Unterrichtsgestaltung, Verhalten an Tatorten, Photovoltaikanlagen, Stressmanagement,…

 

Während der Pausen hatten die Kongressteilnehmerinnen und -teilnehmer die Möglichkeit die die Stände einiger Sponsoren und Aussteller zu besichtigen und an dem Gewinnspiel der Firma Haix teilzunehmen.

 

Mit dem Netzwerkabend im Cosmic Casper fand der Bundeskongress am Samstag seinen Ausklang.

 

Wir danken unseren viele Sponsoren, die es uns ermöglichen den Bundeskongress bereits zum 25. Mal durchzuführen!

 

Ein besonderer Dank gilt natürlich dem Organisationsteam der Berliner Feuerwehr und allen Referentinnen und Referenten dafür, dass der Bundeskongress 2017 so wunderbar gelaufen ist! Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr im schönen Schwäbisch Gmünd!

Workshop "alternative Energien" in Korntal Münchingen

Der Regionalverband Baden-Württemberg des Netzwerk Feuerwehrfrauen e.V. veranstaltete am 27. Mai einen Workshop zum Themenkomplex Alternative Energien. 

Gastgeber war die Freiwillige Feuerwehr Korntal-Münchingen, mit einem Ihrer Referenten.

Organisiert und initiiert wurde dieser Workshop von der Frauenbeauftragten des Kreisfeuerwehrverbandes Heilbronn e.V. und Vorstandsmitglied des Netzwerkes Feuerwehrfrauen e.V., Stephanie Göttert.

Bei strahlendem Sonnenschein konnten insgesamt 29 Feuerwehrfrauen und eine Handvoll Männer dieses Workshopangebot nutzen, und sich gemeinsam in lockerer Runde austauschen und weiterbilden.

Den Auftaktvortrag hielt Ulrich Wolf, pvsafety.de und Mitautor des Fachbuches „Einsatz bei Photovoltaik-, Windenergie und Biogasanlagen“, und dem Sonderheft „Erneuerbare Energien“. Er erläuterte die Tücken einer Photovoltaikanlage, und gab nützliche Tipps für das Einsatzgeschehen. Wichtige Grundlagen im Umgang mit Strom wurden hier ebenfalls aufgefrischt.

Im Anschluss erläuterte René Engelhard von EAV-Stuttgart.de  die Zukunft der Elektromobilität.

Seine Lebensphilosophie zielt auf die ausschließliche Nutzung von Elektromotoren in Fahrzeugen ab. Hierzu zeichnete er ein interessantes Bild der Zukunft, und ermöglichte im Anschluss die Besichtigung verschiedener Elektrofahrzeuge.

 

Nach einer Pause referierte Markus Weber über den Aufbau und die Funktionsweise von Biogasanlagen. Gefahren, welche solche Anlagen hervorbringen, Einsatzszenarien, und Handlungsempfehlungen wurden ausführlich besprochen. Nach der Theorie wurden alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer in zwei Gruppen aufgeteilt. Abwechselnd konnten nachmittags die letzten beiden Stationen absolviert werden.

Eine Gruppe startete mit einer ausgiebigen Besichtigung einer Biogassanlage auf den Haldenhöfen in Hemmingen. Ulrich Ramsaier von der Bioenergie Glemstal nahm sich aller neugierigen Fragen an, und ermöglichte auch eine Begehung einer angeschlossenen Hackschnitzelheizanlage.

 

Währenddessen wurden am Feuerwehrhaus in Korntal von Hans Jörg Stellmacher, Mitglied von Atemschutzunfälle.eu und Ausbilder in der gastgebenden Feuerwehr, an verschiedenen „Puppenhäuser“ Brandverläufe und Löschtechniken gezeigt. Anschließend wurde der Umgang mit dem Werkzeug „Strahlrohr“ praktisch geübt.

 

Beim Abschlussgespräch waren sich alle über den gelungenen Tag einig, dankten den Organisatoren und freuen sich schon auf die nächste Veranstaltung.

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